Eine Schnitzeljagd durch Bremen

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Eine Schnitzeljagd durch Bremen

Eine Schnitzeljagd durch Bremen

 

Über Bremen zu schreiben ist für mich etwas ganz besonderes, da ich in der Nähe dieser erstaunlichen historischen Stadt aufgewachsen bin und dadurch viele Kindheitserinnerungen gesammelt habe. Damals, als ich in der Grundschule war, haben unsere Lehrer eine spezielle Schnitzeljagd durch die Stadt vorbereitet, um uns auf anschauliche und spielerische Weise die Geschichte Bremens zu vermitteln. Es hat so viel Spaß gemacht die Schätze aus der Vergangenheit zu entdecken, dass ich dich auch auf eine so außergewöhnliche Reise mitnehmen möchte! Das Beste ist: du kannst das Rätsel bequem von Zuhause aus lösen und Bremen aus der Ferne entdecken - Auf die Plätze, fertig, los!



Fragen

  1. Wie viele Mühlen hat Bremen?

  2. Was bedeutet das Wort “Söge”?

  3. Wer oder Was ist Bremen’s Freiheitsstatue?

  4. Wer sitzt im oberen und wer im unterem Teil des Rathauses?

  5. Was findet man im Keller des St. Petri Doms?

  6. Welche ist Bremens heimliche Hauptstraße?

  7. Was hat die Weserpromenade mit einem Schlachter zutun?

  8. Wer hat früher im Schnoor gelebt?

  9. Kennst du die Geschichte der Bremer Stadtmusikanten?

 

1. Wie viele Mühlen hat Bremen?

Wenn du am Bremer Bahnhof ankommst und direkt in die Stadt läufst, wirst du diese Mühle in den Wallanlagen nicht übersehen können. Den besten Blick auf die alte Mühle erhältst du entweder, wenn du die Brücke zum Wall überquerst oder durch den Park Rund um die Wallanlagen spazierst. Am schönsten ist es im Frühling und im Sommer, wenn die Mühle in einem Meer von Blumen umgeben ist, die ein hübsches Bild darstellen - wie das vom Bremer Schlüssel zum Beispiel.

Die Mühle wurde 1802 erbaut und obwohl diese im 19. Jahrhundert zweimal abgebrannt war, wurde sie immer wieder aufgebaut. Bis 1947 wurde hier noch Mehl gemahlen - verrückte Vorstellung, dass vor nicht allzu langer Zeit hier noch ein Mehlmahlbetrieb herrschte und es jetzt ein Ort der Erholung ist oder?

Heute befindet sich dort übrigens für Café-Liebhaber/innen wie mich ein außergewöhnlich schönes und rustikales Café. Es ist also der ideale Ort um zu kaffesieren, wie wir Bremer zu sagen pflegen oder einen Spaziergang durch den Park entlang der Wallanlagen und eines kleinen Flusses zu unternehmen. Mit einer kuscheligen Decke oder einem guten Buch bewaffnet kann man es hier durchaus einige Stunden in der Sonne aushalten und dabei das regen Treiben beobachten. Aber Achtung: am besten immer einen kurzen Blick in den Wetterbericht werfen, denn im Norden herrscht öfters mal Schietwedda.

Jetzt aber mal zurück zur Frage: insgesamt gibt es in Bremen 5 Mühlen, die zwischen dem 17. und 18. Jahrhundert errichtet wurden. Eigentlich ganz schön wenig, wenn man mal bedenkt, dass Bremen mit 566.000 Einwohnern die 11. größte Stadt Deutschland ist. Zum Glück ist der haben nicht weit und so wurde vermutlich früher schon fleißig exportiert.

Bremen Schnitzeljagd: Wie viele Mühlen hat Bremen?

Bremen Schnitzeljagd: Wie viele Mühlen hat Bremen?

2. Was bedeutet das Wort Söge?

Diese reizende Formation, bestehend aus einem Hirten, seinem Hund und seiner Herde mit fünf Schweinen und vier Ferkeln, begrüßt dich am Anfang der Bremer Innenstadt und steht auf der sogenannten Sögestraße. Das Denkmal wurde 1974 nach einem Entwurf des Bremer Bildhauers Peter Lehmann (1921-1995) aus Bronze errichtet und steht für den Ursprung des Namens Sögestraße: - also was bedeutet Söge jetzt nun eigentlich?

Die heutige Fußgängerzone Sögestraße war im Mittelalter als Soghestrate bekannt, woraus sich dann späte Sögestraße entwickelt hat. Söge ist plattdeutsch für “Sau”. Früher befanden sich hier nämlich keine Geschäfte, sondern Bäcker und Bierbrauer. In der naheliegenden Knochenhauerstraße hingehen residierten die Schlächter. Doch was hat das ganze jetzt mit den Schweinen zutun? Tatsächlich grenzten die damaligen Stadtmauern Bremens entlang des südlichen Teils der Sögestraße, wo sich dann das sogenannte Herdentor befand - die Sögestraße gehörte somit neben der Obernstraße und Langenstraße zu Bremen’s Hauptstraße rund um 1226. Die Hirten nutzen die Sögestraße, um ihre Schweine zum Herdentor in der Bremer Stadtmauer zu treiben und versammelten sie auf der Bürgerweide vor der Stadt. Dieses Spektakel verlieh der Straße den Namen Sögestraße.

Im Laufe der Zeit entwickelte sich die Stadt weiter. Die Schweine gingen, aber das rege Treiben blieb sowie der Name und so wandelte sich die Sögestraße in eine Fußgängerzone.

Bremen Schnitzeljagd: Was bedeutet das Wort Söge?

Bremen Schnitzeljagd: Was bedeutet das Wort Söge?

3. Wer oder was ist Bremens Freiheitsstatue?

Direkt am Marktplatz neben dem Rathaus findest du diesen hübschen Mann vom Bild unten und wie du jetzt sicherlich schon erraten hast, ist das Bremens Freiheitsstatue mit einer einzigartigen Bedeutung. Der 1404 erbaute, steinige Bremer Roland ist mit 5,5 Metern eine der ältesten und repräsentativsten Statuen von Roland, die einst als Symbol für Freiheit und Marktrechte auf verschiedenen Marktplätzen in ganz Mitteleuropa errichtet wurden. Roland bezieht sich auf eine historische Persönlichkeit, nämlich einen Paladin (Gefährten) von Kaiser Karl dem Großen. Der Roland in Bremen sollte deutlich machen: Der Kaiser ist der Gründer der Stadt, er hat den Bürgerinnen und Bürgern marktgebundenen Rechte und Privilegien eingeräumt.

Der Roland und das Rathaus in Bremen gehören zu den Weltkulturerben der Menschheit, weil sie ein außergewöhnliches Zeugnis bürgerlicher Autonomie und Souveränität sind, wie sie im Laufe der Jahrhunderte in Europa geschaffen wurde. Und in ihrer Symbolik spiegeln sie immer noch den unabhängigen Status des Stadtstaates Bremen wider.

Übrigens: Der Roland trägt ein Wappenschild mit dem Doppeladler und der Inschrift:

 Vryheit do ik yu openbar

de karl und mennich vorst vorwar

Desser Stede Ghegheven Hut,

des dankt gode ist min radt.

Grob übersetzt bedeutet dies: "Ich manifestiere Ihre Freiheit, wie sie dieser Stadt von Karl dem Großen und vielen anderen Herrschern gewährt wurde. Dafür sei Gott dankbar, das ist mein Rat".

Schnitzeljagd Bremen: Wer oder was ist Bremens Freiheitsstatue?

Schnitzeljagd Bremen: Wer oder was ist Bremens Freiheitsstatue?

Bremen Schnitzeljagd: Wer oder was ist Bremens Freiheitsstatue?

Bremen Schnitzeljagd: Wer oder was ist Bremens Freiheitsstatue?

4. Wer sitzt im oberen und wer im unterem Teil des Rathauses?

Auf dem ersten Blick eine verrückte Frage, dahinter verbirgt sich aber eine spannende historische Gesichte. Das Bremer Rathaus wurde zwischen 1404 und 1408 als ein sogenanntes Saalgeschoßbau errichtet. Die Renovierung im 17. Jahrhundert verlieh der Rathausfassade den zwischen Reform und Dreißigjährigen Krieg entstandenen Weser-Renenaissance-Baustil. Zahlreiche deutsche Rathäuser wurden während des Zweiten Weltkriegs zerstört, viele wurden geändert - das Gebäude in Bremen ist jedoch im Originalzustand vollständig erhalten wurden.

Auch die Funktion der beiden übereinanderliegenden Säle ist bis heute erhalten geblieben. Das Obergeschoss zu repräsentativen Zwecken, das untere für die "Marktleute" bzw. heute für alle Bürger. So kam die Bevölkerung mit den Herrschern in Kontakt - was auch heute noch der Fall ist. Zusammen mit dem Roland, den Bremer Dom, dem Schütting und der Kirche Unserer Lieben Frauen bildet das Rathaus eine einzigartige und hübsch anzusehende Stadtformation, die einem die Sprache verschlagen lässt

Übrigens: Der über 6 Jahrhunderte erhaltende Zustand des Rathauses und die Fasse im Weser-Renaissance-Stil waren ausschlaggebend dafür, dass das Bremer Rathaus 2014 zusammen mit dem Roland als Weltkulturerbe aufgenommen wurde. Es soll die historische Entwicklung der bürgerlichen Autonomie und städtischen Souveränität verdeutlichen.

Bremen Schnitzeljagd: Wer sitzt im oberen und wer im unterem Teil des Rathauses?

Bremen Schnitzeljagd: Wer sitzt im oberen und wer im unterem Teil des Rathauses?

5. Was findet man im Keller des St. Petri Doms?

Der Dom komplettiert das Ensemble auf dem Bremer Marktplatz, eingebettet zwischen Rathaus und Bürgerschaft. Ihm gegenüber steht der Roland mit Blick auf dem Dom. Seine zwei Türme, von denen einer bestiegen werden kann und eine fantastische Aussicht freigeben, sind von weitem sichtbar und bestimmen das Stadtbild. Wenn du also von der A1 über die Stadtstraßenbahn nach Bremen reinfährst und über die Weser-Brücke fährst, dann siehst du die kleine Skyline der hanseatischen Stadt mit den stolzen Bremer Dom im Hintergrund - ein wunderschönes Bild, dass mir ein Gefühl von Heimat gibt.

789ließ der Angelsachse auf der Domdüne eine kleine höheren Kirche errichten, welche 1041 durch einen großen Brand gänzlich vernichtet wurde. Sofort danach wurde mit dem Wiederaufbau begonnen nach Vorbild des Kölner Doms. In der Reformationszeit wurde die einst katholische Kathedrale zuerst calvinistisch und schließlich evangelisch-lutherisch. Um 1500 erfolgte die Umwandlung des Doms von einem romanischen Gebäude in ein Gotisches. Tragischerweise schlug 1945 eine Bombe im Bordschiff des Doms ein und zerstörten 30% seiner Schätze, was zu Reparaturen in den 60er und 80er führte.

Trotzdem erwartet dich immer noch der größte Schatz im Keller des St. Petri Doms: es ist die Geschichte einer gut erhaltenen Mumie, die auf ihre Entdeckung wartet.

Bremen Schnitzeljagd: Was befindet sich im Keller des St. Petri Doms?

Bremen Schnitzeljagd: Was befindet sich im Keller des St. Petri Doms?

6. Welche ist Bremens heimliche Hauptstraße?

Die Böttcherstraße wurde zwischen 1922 und 1931 von Ludwig Roselius, dem Kaffeehändler und Erfinder der entkoffeinierten Kaffee-HAG, erbaut. Damals wie heute ist die Böttcherstraße die heimliche Bremer Hauptstraße und ein Synonym für Lebensqualität. Auf 108 Metern zwischen Marktplatz und Weser bietet die Böttcherstraße eine gelungene Mischung aus Genuss, Handel, Kunst und Kultur. Ein besonderes Schmankerl ist die Bonbon Manifaktur, wo du die Entstehung leckerer Bonbons erleben und fast jeden angebotenen Bonbon probieren kannst. Achtung: es ist immer sehr voll!

Künstlerisch von Bernhard Hoetger entworfen, sind die Gebäude der Böttcherstraße ein seltenes Beispiel für expressionistische Architektur. Einzigartige Gebäude machen die Straße zu einer der Hauptattraktionen Bremens. Zum Beispiel das "Haus des Glockenspiels", wo von Januar bis März um 12, 15 und 18 Uhr und von April bis Dezember zwischen 12 und 18 Uhr stündlich 30 Porzellanglocken erklingen. Zur gleichen Zeit drehen sich 10 geschnitzte Holzpaneele mit bekannten Ozeanpuffern an der Vorderseite des Hauses.

 (Es ist ein sehr spektakuläres Ereignis - einen Einblick in meine Highlights auf Instagram!)

Bremen Schnitzeljagd: Welche ist Bremens heimliche Hauptstraße?

Bremen Schnitzeljagd: Welche ist Bremens heimliche Hauptstraße?

7. Was hat die Weserpromenade mit einem Schlachter zutun?

Der Name der Weserpromenade ist als "Schlachte" bekannt. Der Begriff "Schlachtung" leitet sich vom niederdeutschen Wort "Slait" ab und bezieht sich auf die spitzenartigen Gebäude des 13. Jahrhunderts, die das Ufer der Weser verstärkten und als Schutz vor Wellen und Eisgang dienten. Die denkmalgeschützte Hafenmauer, die teilweise aus dem 17. und 18. Jahrhundert stammt, wurde nahtlos eingefügt. Die Schlachte reicht heute von der Lower mit ihren angrenzenden Grünflächen des Osterdeichs bis zum Weserbahnhof, dem Tor zur Überseestadt.

Hast du das erwartet? Oder etwa wie ich lange Zeit getippt, dass die Sauen der Sögestraße bis zur Schlachte getrieben worden wären?

Ob im Sommer bei einem kalten Getränk in der Hand oder im Winter bei einem Glühwein beim "Schlachte Zauber" - Weihnachtsmarkt - an der Schlachte ist immer etwas los.

Bremen Schnitzeljagd: Was hat die Weserpromenade mit einem Schlachter zutun?

Bremen Schnitzeljagd: Was hat die Weserpromenade mit einem Schlachter zutun?

8. Wer hat früher im Schnoor gelebt?

Im Schnoor können hanseatische Tradition und Geschichte erlebt werden. Jedes Jahr besuchen Tausende von Besuchern den ältesten Stadtteil Bremens. Der Schnoor verdankt seinen Namen den kleinen, malerischen Häusern, die sich wie Perlen an einer Schnur ausrichten, denn "Schnoor" ist das plattdeutsche Wort für "Schnur". Hier verbinden sich Bremens Geschichte, der lebhafte Alltag und eine Vielzahl von touristischen Attraktionen zu einem Ort mit einer ganz besonderen Atmosphäre. In früheren Zeiten war das Gebiet hauptsächlich von Fischern und Seglern besiedelt, da unmittelbar neben dem Balge ein Nebenfluss der Weser verlief.

Das Schnoor ist geprägt von einer gemütlichen, rustikalen Atmosphäre. In den engen Gassen und Ecken fühlen sich Besucher und Bewohner gleichermaßen angezogen. Wenn du an den zahlreichen Restaurants, Cafés und Pubs vorbei spazieren, wirst du die noch bestehende historische Bausubstanz erkennen, die in den vergangenen Jahrzehnten aufwändig und liebevoll restauriert wurde. Bremens ältester Bezirk verfügt über zahlreiche kulturelle Einrichtungen wie Theater, Varietés, Galerien und Museen. Darüber hinaus gibt es viele Handwerks- und Antiquitätengeschäfte mit einem außergewöhnlichen Sortiment.

Das Schnoor wurde im 13. Jahrhundert im Zusammenhang mit dem Franziskanerkloster erstmals schriftlich erwähnt. Im 14. Jahrhundert wurde die entsprechende Propsteikirche St. Johann hinzugefügt. Dies ist immer noch eines der wichtigsten Gebäude des Schnoor und wird liebevoll "Der kleine Vatikan im Schnoor" genannt.

Meine besonderen Tipps sind die “Kleine Brauerei”, wo du leckeres norddeutsches Essen kosten kannst oder das kleine historische Museum, dass dich spielerisch durch die bremische Geschichte führt.

Bremen Schnitzeljagd: Wer hat früher im Schnoor gelebt?

Bremen Schnitzeljagd: Wer hat früher im Schnoor gelebt?

Bremen Schnitzeljagd: Wer hat früher im Schnoor gelebt?

Bremen Schnitzeljagd: Wer hat früher im Schnoor gelebt?

9. Kennst du die Geschichte der Bremer Stadtmusikanten?

Übersetzt aus Grimm-Geschichten

Die Geschichte beginnt mit einem Esel, der eine lange Zeit für einen Mann an der Mühle gearbeitet hatte. Der Esel war schon ziemlich alt und schwach. Deswegen wollte sein Herr ihn wegschaffen. Das ahnte der Esel. Er lief fort, um in Bremen als Stadtmusikant sein Futter zu verdienen.

Auf dem Weg begegnete der Esel einem Jagdhund, der schwer nach Luft schnappte. „Nun, was atmest du so schwer?“ fragte der Esel. Der Jagdhund antwortete darauf: „Ich bin alt und werde jeden Tag schwächer! Ich kann auf der Jagd nicht mehr fort und mein Herr wollte mich totschlagen. Ich bin davon weggelaufen, aber womit soll ich jetzt mein Brot verdienen?“ „Komm doch mit!“ sagte der Esel, „Ich gehe nach Bremen, um dort Stadtmusikant zu werden. Ich spiele die Laute und du die Pauken!“ Der Jagdhund ging mit.

Der Esel und der Jagdhund sahen eine alte Katze, die an dem Weg saß und ein brummiges Gesicht machte. „Was ist passiert, alter Bartputzer?“ fragte der Esel. „Das Alter klopft an meine Tür“,  sagte die Katze. „Meine Zähne werden stumpf und ich sitze lieber hinter dem Ofen als nach Mäusen herum zu jagen und meine Frau hat mich ersäufen wollen. Ich habe mich fort gemacht, aber wo soll ich nun hin?“ „Komm doch mit uns nach Bremen und werde zum Stadtmusikant.“ Die Katze fand das gut und ging mit.

Zu dritt gingen sie weiter und es dauerte nicht lange, da trafen sie auf einen Haushahn, der schrie. „Du schreist einem durch Mark und Bein, was hast du vor?“ Und der Hahn antwortete darauf: „Die Frau hat kein Erbarmen, sie hat der Köchin gesagt, sie wollte mich morgen in der Suppe essen. Sie wollen, dass ich mir heute Abend den Kopf abschneiden lasse und ich schreie jetzt aus vollem Hals, solang ich noch kann.“  „Dann zieh lieber mit uns fort! Etwas Besseres als den Tod findest du überall! Du hast eine gute Stimme, wir können zusammen musizieren!“ Der Hahn nahm den Vorschlag an und machte sich mit den Anderen auf den Weg.

Da der Weg lang war, erreichten sie die Stadt Bremen nicht innerhalb eines Tages. Und so kamen sie abends in einen Wald, wo sie übernachten wollten. Der Jagdhund und der Esel legten sich unter einen großen Baum und die Katze und der Hahn machten es sich auf den Ästen bequem. Der Hahn flog bis nach ganz oben und beobachtete den Wald. In der Ferne sah er ein kleines Licht und schrie: „Da leuchtet eine Lampe! Das muss eine Hütte sein, da müssen wir doch hin!“ Sie hielten das alle für eine gute Idee und machten sich auf den Weg.

Als sie am Haus angekommen waren, merkten sie, dass es Räubern gehörte. Der Esel schaute durch das Fenster. Der Hahn fragte: „Was siehst du?“ und der Esel antwortete: „Einen gedeckten Tisch mit Essen und Trinken! Und Räuber sitzen daran und lassen es sich gut gehen.“ Da schlugen sie alle vor, die Räuber wegzujagen.

Der Esel tat seine Pfoten auf das Fenster, der Hund stieg auf seinen Rücken, die Katze auf den Rücken des Hundes und ganz oben landete der Hahn. Gleichzeitig fingen sie an, ihre Musik zu machen: Der Esel schrie, der Hund bellte, die Katze miaute und der Hahn krähte. Danach stürzten sie alle zusammen durch das Fenster in die Hütte hinein. Die Räuber fuhren bei dem grauenerregenden Geschrei in die Höhe und flohen in den Wald hinaus.

Nun setzten sich die vier Musikanten an den Tisch und machten sich an das Essen und Trinken. Als sie fertig waren, schalteten sie das Licht aus. Jeder suchte sich einen Schlafplatz. Der Esel lag auf dem Mist, der Hund hinter der Tür. Die Katze bei dem warmen Ofen und der Hahn auf dem Hahnenbalken. Sie waren alle müde und schliefen sofort ein.

Mitternacht war vorbei und die Räuber sahen aus der Ferne, dass das Licht endlich ausging. Als alles ruhig schien, entschied der Hauptmann, dass einer zurückkehren und das Haus untersuchen sollte. Der Abgeschickte fand alles ruhig und traute sich in das Haus. Er ging langsam in die Küche und hielt ein Schwefelhölzchen an die feurigen Augen der Katze, weil er sie für brennende Kohle hielt. Die Katze  sprang ihm ins Gesicht und kratzte ihn. Der Räuber erschrak gewaltig und wollte wegrennen. Er lief zur Hintertür hinaus, aber der Hund biss ihm ins Bein. Als er über den Hof an dem Mist vorbeirannte, gab ihm der Esel noch einen kräftigen Tritt mit dem Hinterfuß. Der Hahn fing an, aus vollem Hals zu schreien: Kikeriki!

Seinem Hauptmann erzählt der Abgeschickte, dass in dem Haus eine Hexe wohnen würde, die ihn angefaucht und gekratzt habe. Vor der Tür, so erzählte der Räuber, würde ein Mann mit einem Messer stehen. der ihn ins Bein stach. Auf dem Hof, so der Räuber, sei ein schwarzes Ungeheuer, das mit einer Holzkeule auf ihn schlug. Auf dem Dach sitze ein Richter, der „Bring mir den Schelm her“ schreien würde.

Die Räuber trauten sich nie wieder in das Haus. Den vier Stadtmusikanten gefiel das Leben dort sehr. Sie wollten es nie wieder verlassen.

Bremen Schnitzeljagd: Kennst du die Geschichte der Bremer Stadtmusikanten?

Bremen Schnitzeljagd: Kennst du die Geschichte der Bremer Stadtmusikanten?

Wo kommst du her und was ist besonders an deiner Heimatstadt? Schreibe mir doch gerne in den Kommentaren! Mich würde auch sehr interessieren, wie viele Fragen du beantworten konntest.

 
 

ÜBER MICH

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Ich bin Sarah, lebe mit meinem Freund in Frankfurt und reise am liebsten nachhaltig. Auf meinem Blog findest du meine besten Tipps, Inspirationen für deine nächste Reise und meine ganz persönlichen Reiseberichte. 

Viel Spaß beim Lesen!

 
 

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